Kinkaku-ji - Goldener Tempel in Kyoto

Kyoto – japanische Geschichte und Kultur hautnah erleben

Wir besuchen Kyoto, eine der geschichtlich und kulturell bedeutendsten Städte Japans. Kyoto bietet unzählige Tempel, Schreine und eine sehr schöne Altstadt. Was wir uns in Kyoto angeschaut haben, erfahrt ihr in diesem Beitrag.


Kyoto – kulturelle Hauptstadt Japans

Kyoto war bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes in Japan und hat daher auch heute noch einen sehr hohen Stellenwert. Die Stadt kann als kulturelles Zentrum Japans angesehen werden. In Kyoto finden sich unzählige Tempel und Schreine. Der bekannteste ist sicherlich der Kiyomizu-dera, ein buddhistischer Tempel, der auf Holzpfeilern an einem Berghang steht und zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.

Weiterhin gibt es den bekannten Fushimi Inari-Taisha, ein Shinto-Schrein, der dem Kami Inari gewidmet ist. Er ist vor allem durch seine hunderte rote Torii bekannt. In Kyoto gibt es noch den ehemaligen Kaiserpalast, verschiedene Villen und Burgen, die wir jedoch nicht besichtigt haben.

Insgesamt waren wir drei Tage in Kyoto und haben einen Tagesausflug nach Himeji gemacht (Beitrag folgt bald). Einer der drei Tage in Kyoto nutzten wird zum Besuch des Fushimi Inari (Beitrag folgt bald) und des Kinkaku-ji. An einem weiteren Tag hat es heftig geregnet, sodass wir nur den Sanjusangen-do besichtigt haben. Also blieb uns für den Rest nur ein Tag übrig. An diesem Tag haben wir den Kiyomizu-dera (Beitrag folgt bald) und die Altstadt im Stadtteil Higashiyama besucht.

Sehenswürdigkeiten in Kyoto

Kyoto lässt sich von Tokio super mit dem Shinkansen erreichen. Hierfür bietet sich der Rail-Pass an, eine Art Flatrate-Ticket für Touristen. Der Hauptbahnhof von Kyoto ist ein sehr futuristisch anmutendes Gebäude und passt sich daher nicht so recht in das historische Stadtbild von Kyoto ein. Dennoch ist der Bahnhof sehenswert. Er hat 15 Etagen, die man zu Fuß über eine sehr breite Treppe erklimmen kann. Oben gibt es Aussichtsplattformen und im Bahnhof selbst sind viele Geschäfte und Restaurants zu finden. In vielen Bussen in Kyoto kann das Ticket mit der Pasmo-Card bezahlt werden, die man evtl. bereits für den Nahverkehr in Tokio genutzt hat.

Shinkansen in Kyoto

Stadtteil Higashiyama

Sannen-zaka und Ninen-zaka – Altstadt Kyotos

Die beiden Straßen Sannen-zaka und Ninen-zaka sind wunderschöne alte Straßen, die direkt vom Kiyomizu-dera nach Norden führen. Sie sind gesäumt von historischen Gebäuden mit vielen Geschäften im Erdgeschoss. Je nach Saison sind die Straßen jedoch voller Touristen. Nach dem Besuch des Kiyomizu-dera sollte man also auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen und durch diese Straßen schlendern. Sobald man in eine Seitenstraße einbiegt wird es meist sofort ruhiger aber nicht weniger schön. So kann es sein, dass man mittelalterliche Seitengassen mehrere Minuten ganz für sich alleine hat.

Geishas in Kyoto

Altstadt von Kyoto
Geishas in Kyoto

Sannen-zaka - historische Altstadt in Kyoto

Weiter nach Norden zum Chion-in Tempel

Geht man weiter nach Norden kommt man durch weitere historische Straßen, an vielen Tempeln, Statuen und Parks vorbei. Etwas westlich befindet sich bald der Yasaka Schrein. Wenn man in der Nähe ist, sollte man hier ebenfalls vorbeischauen. Das Gelände des Yasaka Schreins kann man durch den Maruyama Park betreten. Hier waren bei unserem Besuch sehr viele Stände aufgebaut, die Streetfood anboten. Für eine Stärkung auf der Wanderung durch Kyoto optimal und lecker. Am westlichen Ende des Schreins gibt es ein großes Tor mit breiter Treppe, die zu einer großen Straße herabführt. Hier standen viele Pärchen japanischer Touristen in historischen Kostümen und machten Selfies vor dem großen Tor. Auf der anderen Straßenseite ist ein Supermarkt, falls man sich mit Getränken, Kaffeestückchen oder Onigiri eindecken möchte.

Yasaka-Schrein

Streetfood Fischbällchen

Zurück durch den Yasaka Schrein und den Maruyama Park auf die ursprüngliche Strecke und weiter nach Norden stößt man schließlich auf den Chion-in Tempel. Dieser hat ein sehr prominentes Eingangstor mit Treppe. Leider waren auch hier, wie in Tokio, viele Sehenswürdigkeiten gerade von Gerüsten oder sogar Wellblechwänden umgeben. Diese wurden für die Olympischen Spiele 2020 restauriert. Daher konnten wir uns nicht alle Tempel anschauen.

Chion-in Sanmon

Abseits der Hauptwege

Es lohnt sich auf jeden Fall nicht nur stumpf auf den bekannten Touristenstraßen zu bleiben. Wer etwas die Umgebung im Stadtteil Higashiyama erkundet, trifft auf viele tolle Gebäude, Parks, Schreine und Statuen, bei meist nur wenig Touristen. Das Gelände der Kaizan-do und Kennin-ji Tempel ist etwas westlich der Sannen-zaka und Ninen-zaka gelegen. Sie sind jedoch auch einen Besuch wert und waren bei uns fast menschenleer.

Tor zum Kaizan-do Tempel
Pagode des Hokanji Tempel

Kinkaku-ji – der goldene Tempel

Kinkaku-ji, der goldene Tempel von Kyoto. Eigentlich heißt er Rokuon-ji. Dieser Tempel ist sicherlich eine der Hauptattraktionen von Kyoto und entsprechend viele Besucher schieben sich durch die Gärten und um den Tempel herum. Wir haben den Tempel nachmittags besucht, in der Hoffnung, den Haupt-Besucherströmen aus dem Weg zu gehen. Bei unserem Besuch war es dennoch recht voll, wobei in der Hauptsaison mit Sicherheit noch deutlich mehr los ist.

Der Tempel liegt am nord-westlichen Stadtrand von Kyoto und kann super mit dem Bus vom Hauptbahnhof aus erreicht werden. Vormittags waren wir mit der Bahn am Fushimi Inari und daher bei unserer Rückkehr sowieso am Bahnhof. So hat sich ein Besuch des Tempels mit dem Bus vom Bahnhof aus direkt angeboten. Die Linie 101 hält praktisch direkt vor dem Eingang des Tempels. Die Fahrt kostete ca. 2€.

Der Eintritt zum Kinkaku-ji kostete 400¥ pro Person, das sind etwas über 3€, dafür gibt es aber schöne Eintrittskarten. Der Tempel gibt ein tolles Fotomotiv ab, die Gärten sind okay. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er bereit ist, sich durch überlaufene Gärten schieben zu lassen, um ein tolles Bild zu machen. In den Tempel selbst kommt man nicht rein.

In Kyoto gibt es nicht nur den goldenen, sondern auch den silbernen Tempel Ginkaku-ji. Diesen haben wir nicht besucht, allerdings sollte er weniger überlaufen sein als der Kinkaku-ji. Der Ginkaku-ji liegt im Nordosten von Kyoto.

Gärten und Teich beim Kinkaku-ji

Eintrittkarte zum Kinkaku-ji Tempel
Kinkaku-ji - Goldener Tempel in Kyoto

Sanjusangen-do – Tempel der Tausendarmigen Kannon

Der Sanjusangen-do ist ein buddhistischer Tempel, der ebenfalls im Higashiyama-Bezirk gelegen ist. Eine Besichtigung des Tempels bietet sich vor allem bei Regen an, da man längere Zeit im Inneren des Tempels ist. Der Eintritt kostete bei uns 600¥, ca. 5€.

Der Tempel besteht aus einer großen Halle mit 33 Nischen, daher auch der Name. In der Mitte des Tempels ist eine große und reich verzierte Kannon-Statue aufgebaut. Diese Statue ist Teil des japanischen Nationalschatzes. Links und rechts der Statue stehen in Reih und Glied 1.001 kleinere Kannon-Statuen aus vollständig vergoldetem Zypressenholz. Fast jede Statue sieht anders aus. Vor den Statuen der Kannon stehen 28 teils furchterregende Statuen von Schutzgöttern. Leider ist Fotografieren strengstens verboten.

In der Geschichte ist der Tempel für seine Bogenschützen-Wettbewerbe (Toshiya) bekannt. Diese wurden auf der Veranda des Tempels ausgetragen. Es gab Wettbewerbe, bei denen 100 oder 1.000 Pfeile auf ein Ziel abgeschossen wurden. In einem weiteren Wettbewerb mussten innerhalb von 24 Stunden so viele Pfeile wie möglich das Ziel treffen. Hierbei wurden teilweise mehr als 10.000 Pfeile von einer einzigen Person in 24 Stunden abgeschossen.

Die Gärten um den Tempel herum sind ebenfalls sehenswert, hier darf auch wieder fotografiert werden.

Gärten und Teich im Regen beim Sanjusangen-do Tempel in Kyoto
Jenny und Sebastian von Zitronentour in Kyoto unter einem blühenden Kirschbaum

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