ein Reise- und Fotoblog quer durch die Welt
Kummerower See

Elternzeitreise Teil 1 – Die Heimat erkunden

Schon einige Zeit bevor unser Nachwuchs sich ankündigte, fanden wir die Idee, einmal mit dem Wohnmobil auf Elternzeitreise zu gehen, super. Als der Knirps dann unterwegs war, haben wir uns somit auch direkt unser Zitrönchen angeschafft. Der Plan war, im Frühjahr durch Norwegen und im Herbst den Balkan entlang zu fahren. Nun kam uns leider Corona dazwischen und so führte uns der erste Teil unserer Elternzeitreise, anders als ursprünglich geplant, durch Deutschland. Dabei waren wir, neben vielen Familienbesuchen, auch in einigen Zoos, waren wandern und hatten von Flüssen, Bergen, Meer und Seen so ziemlich alles dabei. Wir möchten euch natürlich gerne erzählen wo wir überall waren und wie es so war.

Die erste große Reise mit Baby

Die Reise war wirklich schön und die Zeit ist wie im Flug vergangen. Wir haben die Zeit mit unserem Kleinen und als Familie sehr genossen. Auch wenn die Reise nicht so wie geplant war und wir an manchen Stellen auch enttäuscht waren. Es fiel uns teilweise schwer, von unserem ursprünglichen Plan Abschied zu nehmen und die Alternative Deutschland zu akzeptieren. Natürlich hat Deutschland auch viel zu bieten. Leider waren wir wohl zu optimistisch, da wir ja außerhalb der Ferienzeit gefahren sind, und sind viele „Hotspots“ angefahren. Mit dem Ergebnis voller Campingplätze und Touristenmassen. Die Freiheit die wir uns erträumt haben, ist so etwas verloren gegangen.

Nichtsdestotrotz, war es eine wunderbare Erfahrung! Unserem Knirps hat das Reisen auf jeden Fall Spaß gemacht. Was als Familie am Reisen anders war? Wir hatten so gut wie keine Zeit als Paar. Junior wollte abends erst spät ins Bett und so konnten Mama und Papa kaum Zeit alleine verbringen. Tja so ist das eben, der Zwerg will immer dabei sein ;). Schön war aber auch, gerade in der jetzigen Corona Situation, das In-Sich-Kehren und fühlen mit wie wenig man doch glücklich sein kann und was wirklich wichtig für einen ist. Zeit mit der Familie ist sehr kostbar, das haben wir wohl alle gerade besonders gemerkt.

Die Route

Elternzeitreise Deutschland Route
Unsere Route

Nun aber mal zur Route: Wir hatten eigentlich keinen genauen Plan und wollten uns treiben lassen. Familie besuchen stand nach Wochen der Isolation ganz oben auf der Liste und so hat uns die Route erst einmal in Richtung Norden geführt. Auf der Karte oben seht ihr die grobe Route und als rote Sterne die Hauptsehenswürdigkeiten die wir besucht haben. Von Karlsruhe ging es erstmal an die schöne Mosel, über die Lüneburger Heide an die Nordsee, Ostsee, Seenplatte über Berlin und dann mit einem kurzen Abstecher in den Spreewald über Leipzig wieder zurück. Insgesamt waren wir 4 Wochen unterwegs. Im Folgenden seht ihr die schönsten Punkte unserer Reise.

Das schöne Moselland

Da wir ursprünglich aus dem Hunsrück stammen und vor der Reise noch unsere Familie besucht haben, war ein naheliegender Startpunkt unserer Reise das Moselland. Es ist ja häufig so, dass es einen in die Ferne zieht, aber was direkt vor der Haustür ist, lässt man außer Acht. Natürlich waren wir auch früher schon öfter an der Mosel, aber jetzt wollten wir uns alles ein bisschen genauer anschauen. Gestartet sind wir bei Trittenheim und sind dann entlang der Mosel bis Müden gefahren. Dabei haben wir einige kleine Wanderungen zu den Moselschleifen gemacht, als auch die wunderschönen Städtchen Bernkastel-Kues und Cochem besucht. An der Mosel gibt es wirklich viel zu erleben, Wanderungen, Weinberge (und Wein natürlich), malerische Städtchen, Burgen und eine wahnsinnig schöne Landschaft. Leider ist das kein Geheimnis, weswegen das Moselland auch regelrecht überflutet ist von zahlreichen Campingplätzen, die sowohl Dauercamper als auch Heerscharen an Wohnmobilreisenden beherbergen. Nichtsdestotrotz ist eine Reise dorthin durchaus zu empfehlen.

Mosel bei Niederemmel
Mosel bei Niederemmel
Cochem
Cochem
Bernkastel
Bernkastel

Am Ende unserer Reise entlang der Mosel, sind wir bei Müden abgebogen und sind auf einen Stellplatz oberhalb der Burg Eltz gefahren. Dort sind wir abends noch die Wanderung zur Burg angetreten und konnten diese am Ende der Öffnungszeiten ganz ohne Besucherandrang genießen. Auf eine Besichtigung haben wir bewusst verzichtet. Zum einen wegen Corona, aber auch weil wir diese schon vor Jahren mal gemacht hatten. Die Burg Eltz ist eine der schönsten Burgen Deutschlands und ist auch innen noch umfangreich ausgestattet. Eine Besichtigung ist daher grundsätzlich sehr zu empfehlen (wenn das Corona-Chaos mal vorbei ist).

Burg Eltz
Burg Eltz

Nordwärts

Auf der Reise weiter gegen Norden haben wir ein paar Tage Zeit bei Verwandten in NRW verbracht, was nach dem ersten Lockdown und der damit verbundenen Isolation eine Wohltat war. Danach haben wir einen Stopp bei den Externsteinen im Teutoburger Wald gemacht. Diese Sandstein-Felsformation ist eine der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Deutschlands und steht unter Natur- und Kulturdenkmalschutz. Es gibt über die Externsteine wenig wissenschaftliche Belege, es ranken sich aber allerlei Mythen, Legenden und Märchen um sie. Zum Beispiel wurde hier der Heilige Gral vermutet. Nach der Wesersage hat der Teufel einen Brocken auf Mönche und ihre Kapelle geworfen, traf sie aber nicht. Vielleicht sind es aber auch die Zähne eines Riesen? Wer weiß?

Ein Vorteil der Coronazeit war zumindest, dass die Felsen (wie normalerweise über Treppen erlaubt) nicht bestiegen werden durften. Das ist für Fotos sicherlich schöner, wenn keine Menschenmassen auf den Felsen rumlaufen.

Externsteine
Externsteine

Weiter ging es zum Weltvogelpark Walsrode. Hier haben wir auf dem kostenfreien Stellplatz eine Nacht verbracht und haben am nächsten Tag den Park besucht. Es war der erste Tierparkbesuch für den Knirps, er hat aber die meiste Zeit geschlafen ;). Der Park ist sehr schön angelegt, und wer Vögel mag ist hier sicher richtig! (Ich bin jetzt nicht so der Vogelfan, aber es war trotzdem ein schöner Ausflug).

Kormoranpärchen im Vogelpark Walsrode
Kormoranpärchen im Vogelpark Walsrode
Flamingos im Vogelpark Walsrode
Flamingos im Vogelpark Walsrode
Storch im Vogelpark Walsrode
Storch im Vogelpark Walsrode
Kolibri im Vogelpark Walsrode
Kolibri im Vogelpark Walsrode
Vogelpark Walsrode

Im „hohen Norden“

Für meinen Geburtstag habe ich mir dann auch gleich den nächsten Zoobesuch gewünscht. Diesmal Hamburg, sprich Tierpark Hagenbeck. Uns hat dieser Zoo ganz gut gefallen, leider waren aber alle Tierhäuser aufgrund von Corona geschlossen, was ein bisschen schade war.

Pinguin im Tierpark Hagenbeck
Pinguin im Tierpark Hagenbeck
Babypampashase im Tierpark Hagenbeck
Babypampashase im Tierpark Hagenbeck
Schildkröte im Tierpark Hagenbeck
Schildkröte im Tierpark Hagenbeck

Immer weiter nordwärts haben wir uns noch das Wikingermuseum Haithabu bei Schleswig angeschaut. Haithabu war eine bedeutende Siedlung dänischer Wikinger und eine frühe mittelalterliche Stadt. Sie war ein wichtiger Handelsort und Hauptumschlagsplatz für den Fernhandel zwischen Skandinavien, Westeuropa, dem Nordseeraum und dem Baltikum. Heute gibt es hier ein Museum in dem man sehr viel über diese Zeit und die Wikinger erfahren kann. Besonders interessant fanden wir das Freilichtmuseum, indem man einige wiederaufgebaute Häuser besichtigen kann.

Kühe am Wikingermuseum Haithabu
Kühe am Wikingermuseum Haithabu
Wikingermuseum Haithabu

Da wir am nächsten Tag wieder Verwandte in der Nähe beuchen wollten haben wir die Nacht auf einem schönen Campingplatz direkt an der Nordsee bei Husum verbracht. Die vorbeiziehenden Gewitter haben dort eine besondere Stimmung ergeben.

Nordsee bei Husum
Nordsee bei Husum

Als letzten Punkt im „hohen Norden“, wollte sich Basti noch das Technische Museum U 995 am Marine Ehrenmal in Laboe ansehen. Es handelt sich um ein deutsches U-Boot aus dem zweiten Weltkrieg, genauer um ein Typ VII C/41 mit der Kennung U 995. Das Boot ist relativ gut erhalten, da es nach dem Krieg von der norwegischen Marine genutzt wurde und anschließend an Deutschland als Zeichen der Versöhnung für den symbolischen Preis von 1 DM zurückgegeben wurde, um als Museumsschiff zu dienen.

Es ist absolut sehenswert, wenn man sich für die Materie interessiert. Es ist das letzte erhaltene Klasse VII U-Boot weltweit. Die Klasse VII ist das typische deutsche U-Boot des U-Boot-Krieges im Atlantik während des zweiten Weltkrieges und hat dessen Gesicht wie kein anderer Schiffstyp geprägt. Alle anderen der insgesamt mehr als 700 gebauten Klasse VII Boote sind gesunken oder wurden verschrottet.

Da ein solches Typ VII Boot relativ klein ist und nur eine Ebene hat, auf der man sich bewegen kann, zieht sich nur ein Gang von Heck nach Bug durch das Boot. Daher ist man relativ schnell fertig, selbst wenn man sich viel Zeit nimmt und die ganzen Details anschaut. Ab und zu sind auch kleine Tafeln mit Erklärungen angebracht. Da man sich auch durch die Druckschotts in der Kommandozentrale zwängen muss, ist das Boots absolut nichts für Personen mit etwas größerer Körperfülle oder Platzangst. Barrierefrei ist es natürlich auch nicht.

Technisches Museum U 995 in Laboe
Technisches Museum U 995 in Laboe

Die Ostsee-Erfahrung

Als nächstes zog es uns an die Ostsee und ich sag es euch gleich, es war eine Erfahrung mit gemischten Gefühlen. Einerseits fanden wir es sehr schön, andererseits war es so überlaufen, dass wir auf der Suche nach einem Campingplatz fast verzweifelt sind.

Naja, aber erst mal zum schönen Part. Ein sehr schönes Ausflugziel war der Gespensterwald bei Nienhagen. Hier steht auf einer Steilklippe ein Buchenwäldchen. Die Buchen sind durch den Seewind so verformt, dass sie häufig einen einseitigen Wuchs und verdrehtes Geäst aufweisen, was dem Wald in der Dämmerung und bei Nebel ein gespenstiges Aussehen verleiht. Aber auch bei Sonnenschein ist es ein interessanter Anblick.

Gespensterwald Nienhagen

An diesem Abend hatten wir noch Glück und haben den letzten Stellplatz auf einem Campingplatz im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft bekommen. Den Abend konnten wir so bei schönstem Wetter am fast leeren Strand verbringen. Leider mussten wir am nächsten morgen den Platz direkt um 10 Uhr schon wieder räumen. Wir wären so gerne hier noch ein paar Tage geblieben, aber ohne Vorreservierung hatten wir keine Chance.

Ostseestrand Vorpommersche Boddenlandschaft
Ostseestrand Vorpommersche Boddenlandschaft

Also haben wir es am nächsten Tag auf Rügen versucht. Aber keine Chance… nach dem dritten missglückten Versuch auf einem Campingplatz einen Platz zu finden, haben wir uns für einen Stellplatz an einem Wildresteraunt direkt beim Königsstuhl entschieden. Das war eigentlich sehr nett, da wir hier den Blick auf die Wildgehege gratis hatten.

Wildgehege Rügen
Stellplatz am Wildgehege Rügen
Stellplatz am Wildgehege Rügen

Am nächsten morgen sind wir dann noch zum Königsstuhl gewandert und waren entsetzt von den Menschenmassen. Ein regelrechter Pilgerstrom ist hier durch den Wald gewandert. Am Königsstuhl angekommen erwartete uns direkt die nächste Enttäuschung, Eintritt! Nur um oben mit hunderten Anderen auf dem Felsen gedrängt zu stehen soll man 10€ Eintritt bezahlen? Nein danke! Die Aussicht AUF den Felsen ist doch eh viel schöner.

Naja voller Enttäuschung über Rügen und die überlaufene Ostsee, habe wir es aufgegeben und sind weiter Richtung Mecklenburgische Seenplatte gefahren.

Königsstuhl Rügen
Königsstuhl Rügen

An der Seenplatte

Nach der Ostsee-Enttäuschung, waren wir auf der Suche nach einem lauschigen Plätzchen, um uns ein paar Tage vom Massenandrang zu erholen. Fündig geworden sind wir am Kummerower See. Direkt am kleinen Hafen in Kummerow gibt es einen kleinen super gemütlichen Stellplatz für ca. 12 Wohnmobile. Die Betreiber sind äußerst nett und man bekommt die Pommes direkt an die Tür gebracht. Es gibt einen Lagerfeuerplatz und Hängematten sowie Liegen zum chillen und ein paar Meter weiter liegt ein kleiner Badestrand direkt am Schloss Kummerow. Als wir dort waren hat hinter dem Schloss eine herrliche Blumenwiese geblüht. Es war einfach wunderbar, sodass wir hier gleich ein paar Tage geblieben sind.

Blumenwiese am Schloss Kummerow
Blumenwiese am Schloss Kummerow
Schloss Kummerow
Schloss Kummerow
Stellplatz am Kummerower See
Stellplatz am Kummerower See
Kummerower See
Kummerower See

Danach wollten wir noch zum Plauer See, aber auch hier wieder kaum ein Stellplatz zu bekommen… da wären wir besser in Kummerow geblieben. Naja, am Abend haben wir noch eine kleine (ziemlich unspektakuläre) Wanderung gemacht bei dem wir einem Eichhörnchen begegnet sind. Die Stechmücken waren allerdings eine Plage, daher nix wie weg.

Eichhörnchen am Plauer See
Eichhörnchen am Plauer See

Berlin und Spreewald

Als nächstes haben wir wieder ein paar Tage bei Verwandten in Berlin verbracht, haben uns ein bisschen die Stadt angeschaut und waren im Berliner Zoo. Leider konnten wir die Pandababys nicht sehen, da auch hier die Tierhäuser wegen Corona geschlossen waren. Aber trotzdem fanden wir den Zoo sehr schön.

Elefant im Zoo Berlin
Erdmännchenbabys im Zoo Berlin
Murmeltier im Zoo Berlin

Nachdem unsere Verwandten genug von uns hatten (Spaß), ging es für uns Richtung Spreewald. Am Neuendorfer See hatten wir großes Glück und haben den letzten Stellplatz in erster Reihe am See bekommen. Leider nur für 2 Nächte, aber dafür mit privatem Zugang zum See. Wir hatten herrliches Wetter und der See war schön warm zum Baden. Auch hier wären wir gerne länger geblieben, aber wieder ohne Reservierung keine Chance…

Sonnenuntergang am Neuendorfer See
Sonnenuntergang am Neuendorfer See
Sonnenuntergang am Neuendorfer See
Stellplatz am Neuendorfer See
Stellplatz am Neuendorfer See

Noch ein Zoo (Leipzig)

Nach dem ganzen Stellplatz-Roulette, bei dem wir mal Pech mal Glück hatten, hatten wir schon gar keine Lust mehr, noch weiter zu reisen, und haben uns entschlossen, wieder nach Hause zu fahren und die letzte Woche der Elternzeit bei unserer Familie zu verbringen. Auf dem Weg wollten wir aber noch den Leipziger Zoo besuchen (ja ich weiß, noch ein Zoo, aber das war auch der letzte!).

Der Leipziger Zoo war, ungelogen, der schönste Zoo in dem ich bisher war. Basti war schon mal hier und hat von seinem Besuch auch schon einen Beitrag darüber geschrieben, schaut gerne nochmal rein!

Kleiner Panda im Zoo Leipzig
Kleiner Panda im Zoo Leipzig
Totenkopfäffchen im Zoo Leipzig
Totenkopfäffchen im Zoo Leipzig

Ausblick auf Elternzeitreise Teil 2

Der erste Teil unser Elternzeitreise war geprägt von wunderschönen Momenten an Orten in Deutschland, die wir ansonsten vielleicht nie besucht hätten, aber auch von Besuchen bei schon lange nicht mehr gesehenen Verwandten. Trotz einiger Enttäuschungen über teilweise überlaufene Orte und volle Campingplätze war es doch eine einmalige Erfahrung und wir sind unglaublich dankbar, dass wir in diesen schweren Zeiten überhaupt unseren Traum von der Elternzeitreise verwirklichen konnten!

Der zweite Teil unserer Elternzeitreise hat uns gleich zweimal nach Norwegen geführt. Wie das? Das erfahrt ihr im nächsten Beitrag (coming soon)!

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